Willkommen bei Delphintherapie für Larissa

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Meilensteine 2009



Ich freue mich so... ich darf den Gips jetzt auch nachts weg lassen. Endlich können wir alle wieder besser schlafen.

Am 5. Februar ging die Reise los nach Gailingen am Hochrhein ins Hegau Jugendwerk. Dort musste ich richtig viel arbeiten. Klinikaufenthalt mit Reha nach der Hüft-OP waren angesagt.

Das Aufnahmegespräch mit dem für mich zuständigen Arzt war sehr ausführlich. Mami wurde gefragt, was meine nächsten Meilensteine sein sollen. Meine Hüfte sollte wieder besser beweglich werden, das vorsichtige Laufen sollte verbessert werden, die Medikamente und Hilfsmittel sollten kontrolliert werden und eine Endoskopie sollte auf jeden Fall gemacht werden; EEG und diverse andere Routine-Untersuchungen gleich mit.
Also wir hatten sehr viel vor.

Noch am Anreisetag stellten sich die für mich zuständigen Therapeuten vor. Gleich am zweiten Tag wurde Blut abgenommen um die Medikamentenspiegel und Blutwerte zu bestimmen. Dabei wurde ein Eisenmangel festgestellt und ich musste Tropfen einnehmen, die meine Zähnchen aber ganz grau gemacht haben. Als Mami das feststellte, bekam ich anstatt der Tropfen gemörserte Tabletten. Hoffentlich gehen die Verfärbungen bald wieder ab. Das schaut so scheußlich aus. Die Therapeuten (Logo, Ergo und Physio) machten ihre Erstuntersuchungen, um am Montag gleich mit mir arbeiten zu können.

Ebenfalls wurde in den ersten Tagen besprochen, dass ein Wechsel der Epilepsiemedikamente nötig wäre. Da ich keinen Appetit mehr hatte und über die letzen fünf Monate schon drei Kilo abgenommen hatte, wurde ganz schnell damit begonnen, das bisherige Medikament zu reduzieren. Als ich etwa nur noch die Hälfte der bisherigen Dosierung bekam, konnte ich endlich wieder so richtig essen. Allerdings kamen auch wieder vermehrt Anfälle. Jedoch nach etwa drei Tagen mit dem neuen Medikament wurden diese dummen Anfälle wieder weniger. Sobald das alte Medikament dann ganz ausgeschlichen war, war ich tagsüber nicht mehr so müde und erschöpft wie vorher. Das war ja ein ganz neues Gefühl. Ich musste also keinen Mittagsschlaf mehr halten und ich schaffte den gesamten Tag trotzdem ganz gut.

 

Schon bald stand fest, dass ich ein Korsett und Unterschenkelorthesen brauche. Meine Wirbelsäule wurde geröntgt und eine leichte Skoliose wurde festgestellt. Man sah deutlich, dass sich das Becken verschoben hatte. So ein Mist!

Also musste ein Gipsabdruck von meinem Rumpf gemacht werden, damit der Techniker das Korsett passgenau anfertigen konnte. Die Versicherung hat sich diesmal richtig gut benommen und diese dringend benötigten Hilfsmittel ganz schnell genehmigt, so dass bereits zwei Wochen später Korsett und Orthesen fertig gestellt waren. Das Korsett ist aber ganz schön lästig. Immer wenn ich essen wollte, war es mir zu eng. Wenn meine Mami mir das Korsett erst nach dem Essen anzog, musste ich spucken.
Meine Physiotherapeutin und der Techniker waren sich aber sicher, dass ich mich daran gewöhnen würde. Und sie hatten recht.

Ich konnte während dem Aufenthalt in Gailingen auch einen Gehtrainer ausprobieren. Das war ganz schön anstrengend, aber innerhalb weniger Tage gelang es mir, einige Meter vorwärts zu kommen.

Bis zu meiner Entlassung schaffte ich sogar zweimal den Gang entlang. Jetzt versucht Mami für zuhause auch so ein Gerät zu bekommen. Hoffentlich klappt das!

Mit meiner Physiotherapeutin konnte ich noch einige andere Geräte ausprobieren, um die Hilfsmittelversorgung zu optimieren.

Während der Faschingswoche durfte mein Dominik uns besuchen kommen und die ganzen Ferien bei uns bleiben. Mami hat viel mit ihm unternommen. Er konnte sogar im Schwimmbad der Klinik das ";Freischwimmabzeichen in bronze"; machen. Da waren Mami und ich aber ganz schön stolz auf den Frechdachs. Nur war die Woche leider so schnell vorbei und Dominik wurde von unserer Freundin wieder nach Hause zur Oma gebracht. Aber zum Abschluss konnten Mami und Dominik noch einen wunderschönen Ausflug nach Schaffhausen zu den Rheinfällen machen. Zum Glück war tolles Wetter. Ich blieb in der Zeit bei den lieben Krankenschwestern in der Klinik. Für mich wäre der Ausflug ohnehin nicht geeignet gewesen, weil es dort sehr viele Treppen gibt.

Nach und nach gab es dann kleine Fortschritte bei allen Therapien...

Meine Ergotherapeutin, Frau Pilgermann, konnte immer wieder gar nicht glauben, was ich alles schaffte. Da habe ich allen gezeigt, dass ich eine große Kämpferin bin.
Ich reagierte immer mehr auf verschiedene Therapieangebote. Bald konnte ich ohne zu Meckern in der Bauchlage arbeiten. Bei Lagewechseln musste ich immer im Voraus grinsen. Mit einigen Materialien konnte man den erhöhten Tonus in meinen Armen deutlich reduzieren. Ich lautierte immer mehr. Es machte einfach Spass... obwohl es immer sehr anstrengend war.
Meine Ärmchen wurden immer lockerer und ich schaffe es jetzt auch, sie fast ganz zu strecken. Wahnsinn!

Einmal wöchentlich durfte ich zum Bewegungsbad. Wenn ich nicht gerade müde war, hat mir das immer sehr gut gefallen. Ich liebe das Wasser. Da kann ich so richtig toll entspannen. Manchmal wäre ich sogar fast im Wasser eingeschlafen. Es war aber auch zu bequem. Mit dem Schwimmkragen lag ich so richtig stabil im Wasser. Ganz aufmerksam war ich aber immer, wenn ich mit Frau Hefner die kleine Rutsche benutzen durfte. Das war richtig toll!

Mit Hilfe der Logopädin, Frau Rauber, gelang es mir bald, sicherer zu essen und zu trinken. Ich verschluckte mich immer weniger. Meine Babyflasche wurde gegen eine Laborflasche getauscht. Trinken geht damit viel einfacher und schneller. Mami bekam viele Anregungen mit auf den Weg, wie man mit mir Kautraining machen kann und das Essen an sich noch verbessern.

Im Schulkindergarten durfte ich jeden Tag für 45 Minuten mit anderen Kindern oder der Erzieherin spielen. Anfangs war ich bei neuen Spielsachen sehr skeptisch. Aber bald gewöhnte ich mich auch an die fremden Dinge und ich hatte von Tag zu Tag immer mehr Spaß während dieser Zeit.

Ich durfte auch wieder ganz viele andere Kinder und Mamis kennen lernen. Einige davon sind meiner Mami besonders ans Herz gewachsen... Ulla und die beiden Mäuse Mary und Svenja, Ulrike und Frechdachs David, Birgit und Andreas mit meinem Herzblatt Alex. Danke, dass wir Euch kennen lernen durften!

Also insgesamt waren diese neun anstrengenden Wochen wirklich klasse und mir geht es viel besser als vorher. Am liebsten wären wir noch länger da geblieben, aber Dominik wartete zuhause auf uns, damit wir gemeinsam Ostern feiern konnten.

Vielen Dank an die Ärzte, die Therapeuten und die Pflegekräfte... Wir werden uns bestimmt bald wieder sehen.


Mit vielen kleinen Fortschritten kamen wir zu Hause an. Mami versuchte die neu gewonnenen Informationen meinen Therapeuten in der Heimat nahe zu bringen. Teilweise gelang das auch. Immerhin bekam ich von meinem Arzt den Gehtrainer verordnet – und meine Krankenversicherung übernahm auch die Kosten dafür. Ich übte viel. Bis ich Anfang Juli erneut einen großen Anfall hatte. Danach funktionierte das mit den Beinen wieder nicht mehr so gut :-( .

Jetzt wurde auch noch der Fahrdienst in meinen Kindergarten zunehmend unzuverlässiger. Es fing an bei „ich komme 30 Minuten zu spät“ bis hin zu „ach ich komme heute überhaupt nicht“ . Meine Mami versuchte über das Landratsamt einen anderen Fahrdienst zu bekommen. Aber sie hatte damit keinen Erfolg. Somit beschloss sie, dass ich dann eben nicht mehr in den Kindergarten gehen würde, was natürlich dem Chef der Einrichtung gar nicht gefiel. Der Chef konnte es mir dann immerhin ermöglichen, dass ich zwei Tage in der Woche kommen kann. Ich bekam einen Zivi, der mich dienstags und donnerstags am Morgen abholte und nachmittags wieder nach Hause brachte. Das fand ich ganz toll und für diese „Extrawurst“ möchte ich mich ganz doll bedanken !!!


Im Frühsommer fanden Mami, Dominik und ich ein neues Hobby … „GEO-Caching“ - das ist total schön.
Wir waren jetzt ganz viel unterwegs zu interessanten Orten, die wir ohne das GPS-Gerät niemals aufgesucht hätten. - Danke Onkelchen, dass du uns diesen Floh ins Ohr gesetzt hast :-).
Jede freie Stunde waren wir unterwegs … oft zu Dritt, aber auch immer wieder mit Freunden.

Im November wurde dann im RKU in Ulm die Metallplatte aus meiner Hüfte genommen. Die Operation dauerte gar nicht so lange. Danach ging es mir aber nicht so toll. Ich hatte das Medikament zur Beruhigung nicht vertragen.



Und pünktlich zu meinem 6. Geburtstag gab es die erste Zahnlücke freu !!

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© Petra Löllgen