Willkommen bei Delphintherapie für Larissa

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Meilensteine 2006

Nach der Frühreha endlich zuhause angekommen ging es mir gleich noch viel besser. Mein Rolli wurde auf Herz und Nieren getestet. Mami und meine Krankenschwestern waren sehr viel mit mir an der frischen Luft. Das war spitze!!!

Bald wurde auch mein Pflegebett und die Badewannenliege geliefert. Endlich brauchte Mami mich nicht mehr von meinem kleinen Kinderbett hoch heben. Und aus der Badewanne wäre ich am liebsten gar nicht mehr ausgestiegen.

Nach und nach kam auch bei den Therapien System rein, so dass jede Woche gleich ablief. Immer an den gleichen Wochentagen die gleichen Termine. Das machte alles etwas einfacher. Nur, bis es so weit war, musste Mami viel organisieren und hin- und herschieben.

Die erste Zeit schlief ich zuhause gar nicht gut. Irgendwie stimmte etwas nicht. Ich musste immerzu Weinen und Schreien und mein Herzchen klopfte wieder wie wild. Auch tagsüber war ich sehr unruhig und fand gar keine Ruhe. Bis Mami den Beipackzettel vom neuen Epilepsie-Medikament "Keppra" gelesen hat. Dann wurde einiges klar. Anscheinend machte das Medikament als Nebenwirkung Angstzustände. Nach einem Telefonat mit der Ärztin wurde beschlossen, das Medikament wieder abzusetzen und abzuwarten, wie ich mich veränderte. Ja, und kaum war die Dosierung niedriger, war mein Verhalten einfach wieder besser. Sobald es ganz ausgeschlichen war, konnte ich wieder richtig gut schlafen.
Mami, tut mir leid, dass ich dir nicht sagen kann, warum ich manchmal so schlecht schlafe!



Kurz vor meinem dritten Geburtstag habe ich das erste mal sichtbar gelächelt.


Mitte Dezember ist etwas ganz GROSSARTIGES passiert:
Als ich mit Mami von der Physiotherapie nach Hause kamen, hat mir Dominik die Schuhe und die Jacke ausgezogen. Genauso wie er es schon so oft getan hatte. Nur diesmal blieb er versehentlich an meiner Magensonde hängen und zog sie ein kleines Stückchen raus. Och menno, schon wieder diese lästige Prozedur. Wieder musste Mami mir eine neue Sonde stecken.

Nur diesmal sagte Mami: "Ach Motti, ich schenk dir eine Nacht ohne Sonde, so können wir mal wieder ohne dieses lästige Ding im Gesicht so richtig kuscheln. Was hältst du davon? Das soll morgen früh die Schwester machen." Trinken hatte mir Mami ja tagsüber schon reichlich sondiert. Meine Medikamente konnte ich mittlerweile gut zusammen mit dem pürierten Essen nehmen. Und ein paar Schlückchen Tee, das klappte ja ganz gut aus der Babyflasche.
Gesagt - getan...

Als dann Die Kinderkrankenschwester morgens kam sah sie sofort, was wir wieder angestellt hatten. Bereits als sie mir einige Tage vorher eine frische Sonde gelegt hatte, habe ich mich das erste mal so richtig dagegen gewehrt. Wir entschieden uns dann dazu, erst zu Frühstücken und einen Schluck aus der Flasche zu trinken. Und dann habe ich es denen so richtig gezeigt.

ICH WOLLTE KEINE SONDE MEHR !!!

Ich habe mich ganz fest angestrengt und auf Anhieb 150 ml Saftschorle getrunken. Die Mami und die Schwester konnten sich nur ungläubig ansehen. Dann haben die beiden diskutiert und gegrübelt und geredet. Sie wollten einfach ausprobieren, wie viel ich insgesamt an Flüssigkeit über den ganzen Tag verteilt trinken konnte. Es sollte zunächst nur ein Versuch werden. Bis zum Abend hatte ich es dann geschafft, fast 700 ml zu trinken. Und in meinem Essen ist ja auch jede Menge Flüssigkeit mit drin.

Also telefonierte Mami am nächsten Tag mit meinem Kinderarzt, der sehr skeptisch war. Er ließ sich aber auf einen Versuch ein. Mami sollte mich jetzt ganz genau beobachten. Ich müsse weiterhin gut die Windeln füllen können und meine Lippen dürfen auch nicht aufspringen. In regelmäßigen Abständen sollte Mami auch meinen Urin testen, um sicher zu gehen, dass mir die getrunkene Menge Flüssigkeit auch ausreichet.

Somit wurde aus einem Versuch, eine Motti OHNE Magensonde. Endlich baumelte kein Schlauch mehr aus meiner Nase ... DAS war toll !!!

Dominik erzählte nun jedem, der es hören wollte - oder auch nicht - dass ER "Schuld" daran hätte, dass ich keine Magensonde mehr brauche. Ganz stolz war er da. Und unsere Mami war ganz stolz auf uns Zwei.

Gemütlich ging nun ein Jahr zu Ende, in dem es mehr Tiefen als Höhenflüge gegeben hatte…

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© Petra Löllgen